Jenseits der Touristen Pfade gibt es noch soviel zu entdecken auf dieser großen Insel. Leider nur selten bekommt der Besucher jedoch die Gelegenheit Regionen weiter im Norden Grönlands zu besuchen. Meist ist es immer die gleiche Route, welche im Katalog, von den Reiseveranstaltern, angeboten wird. Wenn sich dann doch noch einmal die Gelegenheit bietet wird der Besucher von der sich ihm darbietenden atenberaubenden Schönheit hin und her gerissen.

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Hinterlassenschaften auf Inglefield Land


Ich jedenfalls hatte vor einigen Jahren die Gelegenheit genutzt mit einem 3 - Mast Segler diese unbekannten Pfade zu gehen. Oder sich einmal weit in den Norden hinauf zu wagen, jenseits von Siorapaluk - der nördlichsten Siedlung auf Grönland. Hinein in die Nares Strasse, wo Ellsmere Island - Kanada - zum greifen nahe scheint. Riesige Gletscher - wie der Livingston Gletscher - spucken dort ihre Eisberge in die See. Die grönländischen Küstenlinien waren einst der Siedlungsplatz für die erste Welle der eskimoischen Völker, welche einst den Schritt wagten diese Insel, von Amerika kommend, zu besiedeln. Die Reste der Siedlungen sind auch heute noch sichtbar.

Die grönländische Region hört auf den Namen Inglefield Land und diese protzt mit seinen reichhaltigen Rohstoffvorkommen, wie beispielsweise Gold. Selbstverständlich finden sich hier auch die Polarbären ein.

Ein Gruß aus der Lincoln See


Elisha Kent Kane

Als Inglefield Land wird jene große unvergletscherte Region zwischen Kap Alexander im Westen und dem Humboldt Gletscher im Osten benannt. Im Norden liegt das Kane Basin, im Süden das grönländische Inlandeis. Das Inglefield Land erstreckt sich in West Ost Richtung auf eine Distanz von etwa 200 km, in Nord Süd Richtung dehnt es sich bis auf 60 km aus.

Der britische Seefahrer Sir John Ross erkundete diese Region Grönlands im Jahre 1818. Allerdings war der südwestliche Teil der Nares Strasse, der Smithsund, vereist, so das er nicht weiter als bis zum Kap Alexander vordringen konnte.

Während der 2. Grinnell Expedition im Zeitraumvon 1853 - 1855, unter dem Kommando von Elisha Kent Kane wurde die Nares Straße befahren und Inglefield Land zu Ehren des britischen Admirals und Polarforschers Sir Edward Inglefield benannt, welcher im Jahre 1852 als erster in den Smithsund eingedrungen war.

 

Inglefield Expedition

Quelle - Museum Ilullisat


Sir Edward Inglefield

Sir Edward Inglefield begab sich 1852, im Auftrag von Lady Franklin, zur Barrowstraße. Um sich dort an der Suchaktion nach der verschollenen Polarexpedition des britischen Polarforschers Sir John Franklin, im Gebiet der Königin Elisabeth Inseln, zu beteiligen. Anschließend untersuchte er die nördlichen Küsten der Baffin Bay. Er benannte im Jahre 1852 die kanadische Insel Ellesmere Island nach Sir Francis Egerton, dem 1. Earl of Ellesmere.

Am 16. August erreichte er Upernavik und drang in den Smithsund ein (bis auf eine Position von 78° 28' 21'' nördlicher Breite). Sir John Ross hatte damals behauptet, dass der dortige Seeweg von Bergen umschlossen sei. Admiral Inglefield fand sie jedoch offen vor und wies somit allen nachfolgenden Expeditionen den richtigen Weg. Auch den Jones Sund kartographierte er bis hinauf auf 84° 10' westlicher Länge.

Im Zeitraum von 1853 - 1854 machte er sich erneut auf den Weg in den Norden, um die gestrandeten Mannschaften bei der Beechey Insel aufzunehmen und diese nach Großbritannien zurückzubringen.


 


Dr. Knud Rasmussen

Quelle - Museum Ilullisat

Auch wenn diese Regionen im Norden Grönlands zunächst den Anschein erwecken, als wären diese vergessen, auf Grund ihrer Abgeschiedenheit und Unzugänglickeit, so trifft diese Annahme nur bedingt zu. Im 19. Jahrhundert waren diese Gebiete, auf grönländischer als auch auf kanadischer Seite, Ziel verschiedener Polarexpeditionen. Zunächst ging es vornehmlich um den Verlauf der vermissten britischen John Franklin Expedition, später um die Geographie dieser Region.

Der grönländische Anthropologe Dr. Knud Rasmussen unternahm hier, im Norden Grönlands und in der kanadischen Arktis, einige seiner berühmten Schlittenexpeditionen, zusammen mit Peter Feuchen. Bei diesen Reisen ging es in erster Linie um den Aufschluß der historischen Besiedkung Grönlands.

 

Kurs - Point Barrow

Quelle - Museum Ilullisat


Captain Kenedy - Namensgeber

Quelle - Britanica

Die US amerikanischen sowie die kanadischen Polarexpeditionen erforschten den Seeweg in den arktischen Ozean - Lincoln See, durch die Passage der Nares Strasse und den Kenedy Kanal. Auf der kanadischen Insel Ellsmere Island sind 2 Stationen bekannt, Alert und Eureka, welche vor allem wissenschaftlichen Zwecken dienen - wahrscheinlich jedoch auch militärischen - Russland ist nicht fern.

Es gab vor diesen Reisen einige wilde Spekulationen hinsichtlich der Situation im arktischen Ozean - Lincoln See. Damals wurde vermutet, dass der arktische Ozean eisfrei sei. Diese Vermutung stellte sich als falsch heraus. Wer weiss, auf Grund des fortschreitenden Klimawandels wird diese Situation vielleicht in absehbarer Zukunft eintreten.


 

Inglefield Expedion

Quelle - Museum Ilullisat

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